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Kenne deinen Zyklus

Und zwar so richtig: mit Thermometer, Papier und Stift - keine App. Messe jeden Morgen vor dem Aufstehen deine Temperatur, beobachte deinen Zervixschleim und lerne die NFP Methode. Das gibt Vertrauen.


Das ist Tipp 6# meiner 33-Kinderwunsch-Tipps.


Klar, eine App ist klasse! Und diverse Zykluscomputer echt praktisch. Doch sie haben so ihre Tücken. Wie du sicher erkennst, wann du am fruchtbarsten bist, warum das Wissen über deinen Zyklus so wertvoll ist, das erfährst du hier.


Falls du meine 33-Kinderwunsch-Tipps noch nicht kennst, klick >>hier<< und schau gleich mal rein - dann weißt du auch, was ich dir die nächsten Wochen so berichten werde, denn jeder Tipp hat einen eigenen Blog-Beitrag.


Bildquelle: https://www.freepik.com/8photo

Der weibliche Zyklus dauert 28 Tage, ist regelmäßig, an Tag 14 findet der Eisprung statt, an Tag 28 setzt die Blutung ein, die dann 4-5 Tage dauert... so oder so ähnlich habe wir es wahrscheinlich alle in der Schule gehört!

Doch stimmt das? NEIN! Eigentlich stimmt nichts davon... Und während alle Frauen sagen können, ob sie gerade ihre Menstruation haben, ist die Frage nach ihrer Fruchtbarkeit deutlich schwerer zu beantworten.


Lass uns mit ein paar Mythen aufräumen, bevor ich dir erkläre, warum DU DEINEN Zyklus unbedingt kennen solltest und dir die wichtigsten Punkte vorstelle.


💜 DER ERSTE TAG DES ZYKLUS: das ist der erste Tag der Blutung. Doch wann beginnt die? Wenn sie am Nachmittag einsetzt - ist es dann immer noch Tag 1? Fakt ist: der erste Tag des Zyklus ist der erste VOLLBLUTENDE Tag. Im genannten Beispiel mit Beginn der Menstruation am Nachmittag ist TAG 1 dann erst der darauf folgende Tag (sofern die Blutung anhält).


💜 DIE DAUER DER REGEL: Menstruationsblutungen dauern zwischen 3-5 Tagen, manche kürzer, manche länger. Bei mehr als 6 Tagen solltest du dies mit deiner Frauenärztin besprechen.


💜REGELMÄßIGKEIT: Ein schwankender Zyklus ist ganz normal. Das Leben hält allerhand Herausforderungen für uns bereit und diese können sich auf deine Zykluslänge auswirken. Krankheit, Stress, Verliebtsein, Schlafmangel, Urlaub - und vieles mehr können Einfluss haben. Zykluslängen zwischen 23-35 Tagen sind vollkommen normal!!! Im Durchschnitt liegt der Wert bei 27-28 Tagen, die meisten sind aber kürzer oder länger (tatsächlich bei mehr als 70% der Frauen!).


💜 EISPRUNG: Der Eisprung ist natürlich gerade beim Kinderwunsch sehr wichtig. Mit Sicherheit sagen, wann er WAR, können wir aber erst im Nachhinein bzw. aus Erfahrungswerten der vorausgegangenen Zyklen. Statistisch liegt der Eisprung zwischen dem 12. - 17 Zyklustag. Nur ein Viertel findet an Tag 14 statt. Und es ist eben von Zyklus zu Zyklus unterschiedlich und kann schwanken.


💜 MENSTRUATION: Immer, wenn man blutet, ist es Menstruation? Nein - es gibt Schmierblutungen, Zwischenblutung, Abbruchblutungen, Wochenfluss nach einer Geburt und eben die Menstruation. Wenn du hormonell verhütest und keine Pille hast, die durchgehend genommen wird, hast du keine Menstruationsblutung sondern eine sogenannte Abbruchblutung. Eine Menstruationsblutung ist es, wenn ein Eisprung stattgefunden hat (ist bei der Pille nicht der Fall) und aus der Eihülle der sogenannte Gelbkörper entstanden ist, der das Gelbkörperhormon Progesteron bildet. Wenn dieser aufgebraucht ist und das Hormon absinkt, kommt es zur Blutung.


Sehen wir uns jetzt deinen Zyklus etwas genauer an


Grob kann man den Zyklus in 2 Phasen einteilen:

Phase 1 - Von der Menstruation bis zum Eisprung. Diese ist Östrogendominiert und die Körpertemperatur eher niedrig,

Phase 2 - Vom Eisprung bis zur Menstruation. Diese ist durch (das oben genannte) Progesteron dominiert und deine Körpertemperatur eher höher.


Durch tägliches Messen deiner Körpertemperatur (sofort nach dem Aufwachen, im liegen/Halbschlaf, auf 2 Nachkommastellen genau, für 3 Minuten) kannst du mit etwas Übung gut erkennen, in welcher Zyklusphase du dich gerade befindest bzw. ob du fruchtbar bist oder nicht.


Zyklustag 1 ist wie gesagt der erste vollblutende Tag nach Einsetzen der Menstruationsblutung. Schon während der Blutung hat auch in deinen Eierstöcken die Eireifung begonnen. Vor Einsetzen der Menstruation ist fast kein Progesteron mehr vorhanden und dein Körper schüttet FSH (Follikelstimulierendes Hormon) aus, dass eben in den Eierstöcken für die weitere Reifung der Eibläschen sorgt.

WUSSTEST DU? Wir Frauen haben bereits vor unserer Geburt alle unsere Eizellen in unseren Eierstöcken angelegt. Deine Eizellen sind so alt wie du! Durch das FSH werden die Zellen zum Wachstum angeregt und brauchen insgesamt etwa 150 Tage, um vollständig zu reifen. In den Eierstöcken sind zu jedem Zeitpunkt Eibläschen in unterschiedlichen Reifestadien vorhanden.


In einem Auswahlprozess im Eierstock bleibt letztlich nur 1 Eibläschen über, das weiter wächst und immer mehr Östrogene produziert. Deine Temperatur sinkt etwas. Durch den hohen Östrogenspiegel wird auch dein Zervixschleim flüssiger. An den fruchtbaren Tagen fühlt sich deine Vagina deutlich feuchter an als sonst. Dieser Schleim ist Nahrung für die Spermien und sichert ihnen das Überleben für mehrere Tage. Eine gute Vaginalflora ist also mit entscheidend für deinen Kinderwunsch!

Durch das Östrogen öffnet sich jetzt auch dein Muttermund, wird weicher und macht den Spermien den Weg frei. Wenn du den Muttermund fühlen möchtest, erreichst du ihn an diesen Tagen schwerer, da er etwas nach oben steigt. Jetzt kommen die bereits erwähnten LH ins Spiel. Die Konzentration im Blut ist unmittelbar vor dem Eisprung am höchsten. Dieser ist abhängig von vielen Hormonen - speziell von Östrogen und Progesteron.


Der eigentliche fruchtbare Zeitraum dauert nur ca. 12-18 Stunden. Durch das ideale Klima während der fruchtbaren Tage können Spermien im weiblichen Körper ca 3-5 Tage überleben und so den Zeitraum einer Möglichen Schwangerschaft auf 6 Tage erhöhen. Die Eizelle, die bisher im Eibläschen gut geschützt war, wird nun entlassen und gleitet aus dem Eierstock in den Trichter des Eileiters. Die Hülle des Eibläschens wird nun zum Gelbkörper und die Eizelle wartet für ca. 12-18 Stunden im Eileiter auf eine Befruchtung. Wenn diese ausbleibt, geht sie ein und wird vom Körper absorbiert. Ungeachtet dessen, führt dein Körper das Programm "Nestbau" fort. Durch die Produktion im Gelbkörper steigt dein Progesteron und senkt FSH und LH. Auch deine Körpertemperatur steigt an und bleibt bis zum Ende des Zyklus sichtbar höher. Das Progesteron sorgt für eine Verdickung des Zervixschleims und verschließt den Muttermund. Die Schleimhaut in der Gebärmutter wird ausgepolstert und mit Nährstoffen angereichert und auf eine Schwangerschaft vorbereitet.


Wenn es zu einer Befruchtung der Eizelle im Eileiter gekommen ist, beginnt die Zellteilung und der Eileiter bringt diese ganz vorsichtig in die Gebärmutter. Die Einnistung in der Gebärmutter findet ca. 6 Tage nach der Befruchtung statt. Hier kann es zur leichten Blutung kommen. Jetzt beginnt die Plazenta, sich zu entwickeln und übernimmt ab dem 4. Schwangerschaftsmonat die Versorgung des Embryos. Eine Einnistung kannst du am veränderten Hormonhaushalt erkennen. Dein Baby bzw. die Plazenta bilden hCG, ein Hormon, dass im Blut nachweisbar ist, sobald die Einnistung stattgefunden hat und die Plazenta sich entwickelt. Übrigens: Der Wert bleibt für 8-12 Wochen hoch und steht im Zusammenhang mit der typischen Schwangerschafts-Übelkeit.


Wenn es zu keiner Befruchtung gekommen ist, nimmt - wie oben erwähnt, der Progesteron Spiegel ab und deine Körpertemperatur sinkt oft rapide ab. Dein Zyklus beginnt von vorne.


Welche Probleme können auftauchen?


Ist der Gelbkörper zu schwach und das Progesteron zu niedrig, hat die befruchtete Eizelle keine Chance, sich einzunisten. Dieser Zeitraum ab dem Eisprung sollte mindestens 10 Tage dauern. Kurze Progesteron Phasen sind Zeichen für frühe Erschöpfung des Gelbkörpers. Stress ist hier einer der Hauptgründe für den Hormonmangel. Doch auch lange Eireifungsphasen (von Menstruation bis Eisprung) kommen in unserer stressigen Zeit immer häufiger vor. Hier kann zu wenig FSH ein Grund sein, die Ursache ist aber auch meist wieder der Stress, der die Bildung von FSH blockiert.


Es ist ein Hilferuf deines Körpers, dass du besser auf dich achten solltest!


Erhöhte Testosteronwerte haben ebenfalls Einfluss auf den Eisprung und hemmen diesen. Besonders beim PCO-Syndrom ist das häufig der Fall. Doch auch Schichtarbeit, schlechter Schlaf, viele Reisen oder Schilddrüsenprobleme, Schwermetallbelastung, Umweltgifte uns vieles mehr beeinflussen die sensiblen Phasen deines Zyklus.


Apps, Tracking und Co


Du siehst, es lohnt sich, sich mit dem Thema etwas genauer zu befassen, liegen doch viele Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch hier im Detail und können unter Umständen gut beeinflusst werden. Ich lege dir wirklich an Herz, dich um fassend mit deinem persönlichen Zyklus zu beschäftigen und dich auf die spannende Reise mit deinem Körper zu begeben.


Meines Erachtens nach solltest du beginnen mit Thermometer, Stift und Papier und das ganze inkl. Schleimbeobachtung und Muttermund von Grund auf lernen. NFP nach Sensiplan® ist eine gute Möglichkeit.

Denn wenn du deinen Körper wirklich kennst, kannst du Zeichen erkennen und weißt, worauf du dich verlassen kannst. So hast du die bestmöglichen Voraussetzungen, deinen Eisprung verlässlich zu erkennen. Raten oder Rechnen sind KEINE verlässlichen Methoden!


Ich möchte dir noch ein paar Worte zu Apps, Computern und Co mitgeben:

Diese sind praktisch, trendy und cool - keine Frage. Doch kennst du die Methode, auf der sie basieren? Einigen liegt zum Beispiel nur die Kalendermethode zugrunde, die eben mit statistischen Daten gefüttert ist und davon ausgeht, das der Eisprung standartmäßig an Tag 14 stattfindet. Andere messen einfach nicht lange genug (weniger als 3 Min.) oder interessieren sich nicht für Schleim, Muttermund oder sonstige Zeichen. Wenn du persönlich weißt, worauf es ankommt, kannst du diese technischen Hilfsmittel benutzen, weil du Schwachstellen erkennen kannst. Sie können eine gute Unterstützung sein. Einfach nur so drauf los kann jedoch nach hinten losgehen. Insbesondere, wenn du die Methode zur Verhütung verwendest, solltest du deinen Körper gut kennen.


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DANKE













Quellenangabe:

Kenne deinen Zyklus von Petra Schenke unter Mitarbeit von Anne Schmuck, 2021, Komplett Media

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